Wir sind im Wesentlichen noch dieselben Menschen, wie die des Zeitalters der Reformation: wie sollte es auch anders sein? Aber dass wir uns einige Mittel nicht mehr erlauben, um mit ihnen unsrer Meinung zum Siege zu verhelfen, das hebt uns gegen jene Zeit ab und beweist, dass wir einer höhern Cultur angehören. Wer jetzt noch, in der Art der Reformations-Menschen, Meinungen mit Verdächtigungen, mit Wuthausbrüchen bekämpft und niederwirft, verräth deutlich, dass er seine Gegner verbrannt haben würde, falls er in anderen Zeiten gelebt hätte, und dass er zu allen Mitteln der Inquisition seine Zuflucht genommen haben würde, wenn er als Gegner der Reformation gelebt hätte. Diese Inquisition war damals vernünftig, denn sie bedeutete nichts Anderes, als den allgemeinen Belagerungszustand, welcher über den ganzen Bereich der Kirche verhängt werden musste, und der, wie jeder Belagerungszustand, zu den äussersten Mitteln berechtigte, unter der Voraussetzung nämlich (welche wir jetzt nicht mehr mit jenen Menschen theilen), dass man die Wahrheit, in der Kirche, habe, und um jeden Preis mit jedem Opfer zum Heile der Menschheit bewahren müsse. Jetzt aber giebt man Niemandem so leicht mehr zu, dass er die Wahrheit habe: die strengen Methoden der Forschung haben genug Misstrauen und Vorsicht verbreitet, so dass Jeder, welcher gewaltthätig in Wort und Werk Meinungen vertritt, als ein Feind unserer jetzigen Cultur, mindestens als ein zurückgebliebener empfunden wird. In der That: das Pathos, dass man die Wahrheit habe, gilt jetzt sehr wenig im Verhältniss zu jenem freilich milderen und klanglosen Pathos des Wahrheit-Suchens, welches nicht müde wird, umzulernen und neu zu prüfen.
Section IX, "Man Alone with Himself" / aphorism 633
Human, All Too Human (1878), Helen Zimmern translation
Friedrich Nietzsche: Citations en anglais (Page 31)
Friedrich Nietzsche était philologue, philosophe et poète allemand. Citations en anglais.
Die gebildeten Stände und Staaten werden von einer großartig verächtlichen Geldwirtschaft fortgerissen. Niemals war die Welt mehr Welt, nie ärmer an Liebe und Güte.
“Schopenhauer as educator,” § 3.4
Untimely Meditations (1876)
“One has attained to mastery when one neither goes wrong nor hesitates in the performance.”
537
Daybreak — Thoughts on the Prejudices of Morality (1881)
Source: Philosophy in the Tragic Age of the Greeks (posthumous), p. 40
would lie upon your actions as the greatest weight. Or how well disposed would you have to become to yourself and to life to crave nothing more fervently than this ultimate eternal confirmation and seal?.
Sec. 341
The Gay Science (1882)
As quoted by J. P. Stern in an interview conducted by Bryan Magee in The Great Philosophers : A History of Western Philosophy (1987)
Disputed
Sobald es aber möglich wäre, durch einen starken Willen die ganze Weltvergangenheit umzustürzen, sofort träten wir in die Reihe der unabhängigen Götter, und Weltgeschichte hieße dann für uns nichts als ein träumerisches Selbstentrücktsein; der Vorhang fällt, und der Mensch findet sich wieder, wie ein Kind mit Welten spielend, wie ein Kind, das beim Morgenglühen aufwacht und sich lachend die furchtbaren Träume von der Stirn streicht.
"Fatum und Geschichte," April 1862
Anti-Education (1872)
Beyond Good and Evil, translated by Marianne Cowan [Henry Regnery Company, 1955, p. 139]; Jenseits von Gut und Böse [Philipp Reclam, Stuttgart, 1988, p. 130]
“When virtue has slept, she will get up more refreshed.”
I.83
Human, All Too Human (1878)
Source: Philosophy in the Tragic Age of the Greeks (posthumous), p. 43
Source: Philosophy in the Tragic Age of the Greeks (posthumous), p. 32
Wir haben uns über unser Dasein vor uns selbst zu verantworten; folglich wollen wir auch die wirklichen Steuermänner dieses Daseins abgeben und nicht zulassen, daß unsre Existenz einer gedankenlosen Zufälligkeit gleiche.
“Schopenhauer as educator,” § 3.1, R. Hollingdale, trans. (1983), p. 128
Untimely Meditations (1876)